Das Licht des Herrn

Wem leuchtet das Licht des Herrn?

Das Licht Gottes leuchtet all jenen, die sich nicht vom Funkeln der Welt blenden und vereinnahmen lassen. Auch leuchtet das Licht allen, die im Dunkel nicht das Dunkel zum Dasein erklären, sondern zum Übergang ins Licht. In dieser Weise betrachtet, wiegen Phasen der Prüfung im Leben weniger schwer. Der Mensch wird offen für das unerwartet Gute, das über ihn kommt wie der Sonnenstrahl in einen Gewitterhimmel eintritt und alles Graue besiegt.

Zu diesen Gedanken gesellt sich das Wunder

Wunder sind möglich, wenn Menschen bereit sind, sich vom Leben, in dem Gott stets wirken will und wirkt, verwundern zu lassen. Das setzt einerseits voraus, dass sie sich davor hüten, auf einem weltlichen Thron Platz zu nehmen. Ein weltlicher Thron kann die unumstößliche Gewissheit sein, sich im Besitz der einzig denkbaren Wahrheit zu wähnen.

Das Wunder tritt unerwartet ein. Der Mensch ist eingeladen, Tag für Tag hinauszutreten auf das weite Feld und sich umwehen zu lassen vom guten Geist, der in der Welt stets das letzte Wort hat: nachdem sich die Angst, die Missgunst und der Streit aneinander erschöpft haben.

Das Licht des Herrn leuchtet jederzeit

Gotte Licht leuchtet allen.

  • Wenn es hell ist, wenn es im Leben gerade prächtig läuft, sollen wir um Gottes Licht wissen, das in der Welt wirkt.
  • Wenn im Leben dunkle Stellen und Seiten auftreten, sind sie wie die Schatten unserer Kleinlichkeit und unserer Grenzen, die dem Licht des Herrn im Wege stehen. Da kann es sich als hilfreich erweisen, innerlich einen Schritt zur Seite zu treten, die eben noch so sicher gewähnte Position zu verlassen, hinauszutreten auf das weite Feld.
Das Licht des Herrn in der Natur

Das Licht des Herrn in Form von Sonnenstrahlen in der Natur

Wunder

Wunder geschehen

Wunder geschehen ununterbrochen … wir sehen sie nur meistens nicht, weil wir in der Selbstverständlichkeitsfalle sitzen.

Aktuelles Beispiel vom 12. Oktober 2021 ist die Geschichte der vermissten Julia:

An der Suche nach Julia im Gebiet zwischen den Städten Waldmünchen, Furth im Wald und Domazlice beteiligten sich rund 1400 Rettungskräfte aus Bayern und Tschechien. Das Bayerische Rote Kreuz in Cham sprach auf Facebook gar von der größten grenzüberschreitenden Suchaktion, die in der Region je stattgefunden habe. „Dass es gelungen ist, das Kind zu finden, kommt einem Wunder gleich“, heißt es darin weiter.

Quelle: https://web.de/magazine/panorama/wunder-vermisste-julia-tagen-lebend-gerettet-36252526

Wir hören die Verkehrsmeldung nach dem Unfall auf der Autobahn. Wir hören nicht die unzähligen Wege und Ziele, die rund um die Uhr auf den Asphaltbahnen der ganzen Welt unauffällig zusammenkommen und an irgendeiner Ausfahrt abfahren, sich ins Land verlieren, in Millionen gelingender Alltage.

Wir beklagen das Missverständnis. Mit gutem Grund. Doch ist nicht das Missverständnis die Ausnahme in der Verständigung, sondern die Regel. Wir leben mit kosmischer Gedankengeschwindigkeit aneinander vorbei, „wissen“, das der andere braucht, was er fühlt, will.

Gar nichts wissen wir.

Wenn Kommunikation gelingt, ist das immer ein kleines Wunder, bisweilen ein großes.

Betrachten wir Kommunikation im ursprünglichen Sinn von communicare, teilen, vereinigen, so wird klar, wie wenig wahrscheinlich es ist, einen anderen Menschen durch eine Einladung vollendet für das Teilen zu gewinnen: das Teilen des Interesses, der Aufmerksamkeit, der Zeit, einer Außenperspektive.

Wenn zwei einander ohne viele Worte verstehen – womöglich nur beim Austausch von Blicken, dann ist das ein Wunder. Weil es die Ausnahme ist und bleibt.

Es braucht etwas mehr als eine verabredete Telefonzeit oder einen Treffpunkt, an dem man zusammenkommt und eine Unterredung abhält.

Es braucht viele gute Sterne und den Segen im Kairos, damit ein Signal an mindestens zwei Stellen identisch interpretiert wird. Dies übrigens ist meine Definition von Kommunikation. Weniger kann ich darüber nicht schreiben, also nicht mehr weglassen.

 

Hymnus

Dir, oh Herr, will ich huldigen und Dein Lob singen. Ich will Dich preisen in dieser Welt, die Dich oft verkennt. Auch ich verkenne Dich immer wieder. Ich will den Hymnus in meinem Herzen tragen, der Dein Heil verkündet wider alle Abgründe in diesem irdischen Leben. Du antwortest auf Deinen Wegen, und ich höre und sehe dies in vielfältiger Weise. Ich verlasse mich auf Dich.