Selbsttranszendenz

Viele Menschen verharren in der Starre von Schuldgefühlen. Sie gehen etwa davon aus, dass sie nach ihren Verfehlungen kein besseres Leben führen könnten. Der Hauptfehler im Denken besteht darin, dass Menschen ihr Leben als statisch beschreiben. Sie schließen von heute auf morgen. Das ist ein fataler Irrtum.

The way I am today has nothing to do with what I’ll be tomorrow

Die Phrase „The way I am today has nothing to do with what I’ll be tomorrow“ spiegelt ein Thema wider, das in der jüdischen Weisheit oft betont wird: Veränderung, Wachstum und das Potential zur Transformation. Auch wenn diese exakte Formulierung nicht direkt aus klassischen jüdischen Texten stammt, findet sich der zugrunde liegende Gedanke stark in den jüdischen Lehren wieder. Hier sind einige Quellen, die ähnliche Ideen vermitteln und den Begriff der Selbsttranszendenz, wie von Viktor E. Frankl beschrieben, integrieren.

 

1. Prediger (Kohelet) 3,1

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“

Dieser Abschnitt betont, dass das Leben aus verschiedenen Jahreszeiten und Zeiten besteht, was darauf hindeutet, dass unser gegenwärtiger Zustand vorübergehend ist und sich ändern kann.

2. Sprüche 27,1

„Rühme dich nicht des morgigen Tages, denn du weißt nicht, was der Tag bringt.“

Dieser Vers lehrt die Unvorhersehbarkeit des Lebens und unterstreicht die Vorstellung, dass unsere aktuelle Situation nicht unsere Zukunft bestimmt.

3. Klagelieder 3,22-23

„Die Güte des HERRN ist nicht zu Ende, sein Erbarmen hört nie auf, neu ist es an jedem Morgen; groß ist deine Treue.“

Dies betont die Idee der Erneuerung und die neuen Möglichkeiten, die jeder Tag bringt, und verstärkt damit das Konzept, dass morgen anders sein kann als heute.

4. Pirkei Avot (Sprüche der Väter) 4,2

„Ben Azzai sagte: Lauf, um auch ein geringfügiges Gebot zu erfüllen, und fliehe vor der Sünde, denn ein Gebot führt zu einem anderen Gebot, und eine Sünde führt zu einer anderen Sünde; denn der Lohn eines Gebotes ist ein Gebot, und der Lohn einer Sünde ist eine Sünde.“

Dies lehrt über die Auswirkungen unserer Handlungen auf unsere Zukunft und legt nahe, dass Veränderung und Wachstum immer möglich sind.

5. Rabbi Nachman von Breslov

„Wenn du glaubst, dass du etwas zerstören kannst, dann glaube auch, dass du es reparieren kannst.“

Rabbi Nachman betont das Potenzial zur Veränderung und Verbesserung, egal wie die aktuellen Umstände sind.

6. Talmud, Berakhot 29b

„Selbst wenn ein scharfes Schwert auf deinem Nacken ruht, höre nicht auf zu beten.“

Diese Lehre unterstreicht Hoffnung und das Potenzial zur Veränderung selbst in schwierigen Situationen.

Integration von Selbsttranszendenz

Selbsttranszendenz nach Viktor E. Frankl

  • Viktor E. Frankl, ein bedeutender jüdischer Psychiater und Holocaust-Überlebender, betonte in seiner Logotherapie die Bedeutung der Selbsttranszendenz. Dies bedeutet, über sich selbst hinauszuwachsen, einen höheren Sinn zu finden und sich auf etwas zu konzentrieren, das größer ist als das eigene Selbst. Frankl glaubte, dass diese Haltung besonders in schwierigen Zeiten wichtig ist und den Menschen hilft, trotz Leidens einen Sinn im Leben zu finden.
  • Beispiel: „Der Mensch ist bereit und fähig, über sich selbst hinauszuwachsen, in dem Maß, in dem er sich einem Ziel widmet, das größer ist als er selbst.“ – Viktor E. Frankl, „…trotzdem Ja zum Leben sagen“

Selbsttranszendenz stimmt zuversichtlich

Die Phrase „The way I am today has nothing to do with what I’ll be tomorrow“ stimmt mit dem jüdischen Verständnis überein, dass das Leben dynamisch und voller Potenzial zur Veränderung ist. Die jüdische Weisheit lehrt, dass unser gegenwärtiger Zustand nicht festgeschrieben ist und dass wir durch Glauben, Handlungen und Gottes Barmherzigkeit in einer Weise wachsen und uns verändern können, die wir derzeit vielleicht nicht vorhersehen können. Die Integration von Selbsttranszendenz, wie von Viktor E. Frankl beschrieben, verstärkt diese Botschaft, indem sie betont, dass der Schlüssel zu einem erfüllten Leben darin liegt, über sich selbst hinauszuwachsen und einen höheren Sinn zu finden. Dies hilft uns, in schwierigen Zeiten Zuversicht zu bewahren und auf eine bessere Zukunft zu vertrauen.