Den Acker auch in der Finsternis bestellen

Wenn Du den Acker umgräbst, die Aussaat zur rechten Zeit ausbringst und den Boden wässerst, kommt es ganz auf die Gnade des Herrn an. Was aber, wenn er die Sonne auf Deinen Flecken Boden nicht scheinen läßt?

Du sollst den Kopf nicht hängen lassen, sondern den Mut bewahren und die Zuversicht.

Andere, die sich im Glauben nicht hervortun, zumindest nicht nach außen hin, scheinen Glück zu haben. Du aber denkst bei Dir: Was habe ich Unrechtes getan, daß ich so zu warten habe auf die Sonne des Ertrags?

Diese Frage ist eine heidnische Frage. Denn sie würde das Reich Gottes reduzieren auf ein Wirtschaftsunternehmen: richtig investiert, wirft jenes Ertrag ab. So aber ist es nicht mit dem Reich Gottes.

Es will erfahren sein mit allen Sinnen – so auch mit den Sinnen des Bauers, der fassungslos an seinem Acker steht und bei sich denkt: Nacht kann es nicht sein alle Tage.

Hier, in der schieren Abwesenheit Gottes, oder sagen wir: im Angesicht seines Schweigens, zeigt sich seine Gegenwart. Alles bittende und bettelnde Gebet verstumme, und es mache sich die Zuversicht auf den Weg.

Blüte und Frucht werden über alle Maßen reich sein, auch in diesem Leben. Doch ist es unerläßlich, zuerst alle Einbildung und Eingebildetheit abzulegen, sich nicht zu verlegen auf den Faktor Erfolg, sondern auf das Geschick.