Der Dank am Abend bringt inneren Frieden

Dankbar sein und damit den Tag beschließen

Dank vertreibt die Angst

Warum vertreibt der Dank die Angst? Weil er das Zeugnis ist vom Guten, das schon geschehen ist. Der Dank ist das unverbrüchliche Zeugnis der Güte des Himmels.

Wir sollen immer wach sein im Dank: für alle und alles im Leben, gerade für das vermeintlich Selbstverständliche.

Wenn der Tag zu Ende geht und die Nacht ihre Stille ausbreitet, ist es Zeit, innezuhalten und den Tag in Gottes Hände zu legen. Dankbarkeit durchflutet das Herz, während ich zurückblicke auf all das, was mir heute begegnet ist.

Die Freude über die kleinen und großen Segnungen … wie das freundliche Lächeln eines Fremden, der Gefallen, den uns jemand erwiesen hat, das Rauschen der Bäume im Wind oder die Ruhe eines friedlichen Augenblicks: das alles lässt uns Gott erfahren.

Mögen die Engel Gottes über uns wachen, während wir schlafen. „Denn Du befiehlst Deinen Engeln, uns zu behüten auf allen unseren Wegen“ (Psalm 91,11). In diesem Vertrauen dürfen wir uns in die Dunkelheit der Nacht begeben, in der Gewissheit, dass Dein Licht uns nie verlässt.

Selbsttranszendenz

Viele Menschen verharren in der Starre von Schuldgefühlen. Sie gehen etwa davon aus, dass sie nach ihren Verfehlungen kein besseres Leben führen könnten. Der Hauptfehler im Denken besteht darin, dass Menschen ihr Leben als statisch beschreiben. Sie schließen von heute auf morgen. Das ist ein fataler Irrtum.

The way I am today has nothing to do with what I’ll be tomorrow

Die Phrase „The way I am today has nothing to do with what I’ll be tomorrow“ spiegelt ein Thema wider, das in der jüdischen Weisheit oft betont wird: Veränderung, Wachstum und das Potential zur Transformation. Auch wenn diese exakte Formulierung nicht direkt aus klassischen jüdischen Texten stammt, findet sich der zugrunde liegende Gedanke stark in den jüdischen Lehren wieder. Hier sind einige Quellen, die ähnliche Ideen vermitteln und den Begriff der Selbsttranszendenz, wie von Viktor E. Frankl beschrieben, integrieren.

 

1. Prediger (Kohelet) 3,1

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“

Dieser Abschnitt betont, dass das Leben aus verschiedenen Jahreszeiten und Zeiten besteht, was darauf hindeutet, dass unser gegenwärtiger Zustand vorübergehend ist und sich ändern kann.

2. Sprüche 27,1

„Rühme dich nicht des morgigen Tages, denn du weißt nicht, was der Tag bringt.“

Dieser Vers lehrt die Unvorhersehbarkeit des Lebens und unterstreicht die Vorstellung, dass unsere aktuelle Situation nicht unsere Zukunft bestimmt.

3. Klagelieder 3,22-23

„Die Güte des HERRN ist nicht zu Ende, sein Erbarmen hört nie auf, neu ist es an jedem Morgen; groß ist deine Treue.“

Dies betont die Idee der Erneuerung und die neuen Möglichkeiten, die jeder Tag bringt, und verstärkt damit das Konzept, dass morgen anders sein kann als heute.

4. Pirkei Avot (Sprüche der Väter) 4,2

„Ben Azzai sagte: Lauf, um auch ein geringfügiges Gebot zu erfüllen, und fliehe vor der Sünde, denn ein Gebot führt zu einem anderen Gebot, und eine Sünde führt zu einer anderen Sünde; denn der Lohn eines Gebotes ist ein Gebot, und der Lohn einer Sünde ist eine Sünde.“

Dies lehrt über die Auswirkungen unserer Handlungen auf unsere Zukunft und legt nahe, dass Veränderung und Wachstum immer möglich sind.

5. Rabbi Nachman von Breslov

„Wenn du glaubst, dass du etwas zerstören kannst, dann glaube auch, dass du es reparieren kannst.“

Rabbi Nachman betont das Potenzial zur Veränderung und Verbesserung, egal wie die aktuellen Umstände sind.

6. Talmud, Berakhot 29b

„Selbst wenn ein scharfes Schwert auf deinem Nacken ruht, höre nicht auf zu beten.“

Diese Lehre unterstreicht Hoffnung und das Potenzial zur Veränderung selbst in schwierigen Situationen.

Integration von Selbsttranszendenz

Selbsttranszendenz nach Viktor E. Frankl

  • Viktor E. Frankl, ein bedeutender jüdischer Psychiater und Holocaust-Überlebender, betonte in seiner Logotherapie die Bedeutung der Selbsttranszendenz. Dies bedeutet, über sich selbst hinauszuwachsen, einen höheren Sinn zu finden und sich auf etwas zu konzentrieren, das größer ist als das eigene Selbst. Frankl glaubte, dass diese Haltung besonders in schwierigen Zeiten wichtig ist und den Menschen hilft, trotz Leidens einen Sinn im Leben zu finden.
  • Beispiel: „Der Mensch ist bereit und fähig, über sich selbst hinauszuwachsen, in dem Maß, in dem er sich einem Ziel widmet, das größer ist als er selbst.“ – Viktor E. Frankl, „…trotzdem Ja zum Leben sagen“

Selbsttranszendenz stimmt zuversichtlich

Die Phrase „The way I am today has nothing to do with what I’ll be tomorrow“ stimmt mit dem jüdischen Verständnis überein, dass das Leben dynamisch und voller Potenzial zur Veränderung ist. Die jüdische Weisheit lehrt, dass unser gegenwärtiger Zustand nicht festgeschrieben ist und dass wir durch Glauben, Handlungen und Gottes Barmherzigkeit in einer Weise wachsen und uns verändern können, die wir derzeit vielleicht nicht vorhersehen können. Die Integration von Selbsttranszendenz, wie von Viktor E. Frankl beschrieben, verstärkt diese Botschaft, indem sie betont, dass der Schlüssel zu einem erfüllten Leben darin liegt, über sich selbst hinauszuwachsen und einen höheren Sinn zu finden. Dies hilft uns, in schwierigen Zeiten Zuversicht zu bewahren und auf eine bessere Zukunft zu vertrauen.

Warum Gotteszweifel zu einem tiefen Glaubensverständnis führen können

Ausgerechnet der Zweifel an der Existenz eines Gottes, der viele Menschen quälende Gotteszweifel kann zu einem reifen und erwachsenen Glaubensverständnis führen. Zweifel stehen nicht im Widerspruch zu einem gerechten Leben. Hier sind einige Gründe, warum Zweifel eine wichtige Rolle im Glaubensleben spielen können:

Tieferes Verständnis und persönliche Reifung

Hinterfragen und Wachsen

  • Zweifel ermutigen uns, unseren Glauben und unsere Überzeugungen zu hinterfragen und tiefer zu erforschen. Dieser Prozess des Hinterfragens führt oft zu einem besseren und tieferen Verständnis von Gott und Glauben.
  • Beispiel: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ (Johannes 8,7). Diese Aufforderung Jesu zeigt, wie wichtig Selbstreflexion und das Hinterfragen eigener Handlungen und Überzeugungen sind.

Persönliche Reifung

  • Der Umgang mit Zweifel erfordert und fördert persönliche Reifung. Er zwingt uns, Verantwortung für unseren Glauben zu übernehmen und nicht einfach blind zu folgen.
  • Beispiel: Thomas der Apostel, der für seinen Zweifel bekannt ist, entwickelte durch seine Zweifel und das anschließende Erleben Jesu nach der Auferstehung einen tieferen und festeren Glauben (Johannes 20,24-29).

Authentizität und Ehrlichkeit im Glauben

Echter Glaube statt blinder Glaube

  • Zweifel ermöglichen es uns, einen authentischen und persönlichen Glauben zu entwickeln, anstatt einen blinden und unreflektierten Glauben anzunehmen.
  • Beispiel: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24). Diese Aussage zeigt, dass es in Ordnung ist, Zweifel zu haben und gleichzeitig nach Glauben zu streben.

Ehrlichkeit vor Gott

  • Zweifel erlauben uns, ehrlich zu Gott zu kommen, mit all unseren Fragen und Unsicherheiten, was zu einer echten und tiefen Beziehung führt.
  • Beispiel: Viele Psalmen, wie Psalm 22, beginnen mit Klagen und Zweifeln, enden aber oft in Vertrauen und Lobpreis.

Förderung eines gerechten Lebens

Hinterfragen von Gerechtigkeit und Handlungen

  • Zweifel führen dazu, dass wir unsere eigenen Handlungen und die gesellschaftlichen Normen hinterfragen, was uns helfen kann, gerechter und ethischer zu leben.
  • Beispiel: Die Propheten des Alten Testaments, wie Amos und Micha, hinterfragten die soziale Gerechtigkeit und die Handlungen der Menschen, um sie zu einem gerechteren Leben zu führen (Amos 5,24; Micha 6,8).

Empathie und Mitgefühl

  • Der Umgang mit eigenen Zweifeln kann Empathie und Mitgefühl für die Zweifel und Kämpfe anderer fördern, was zu einem gerechteren und mitfühlenderen Umgang mit unseren Mitmenschen führt.
  • Beispiel: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.“ (Matthäus 7,1). Diese Aufforderung zur Toleranz und Mitgefühl zeigt, wie wichtig es ist, die Kämpfe anderer zu verstehen.

Vertiefung des Glaubens durch Zweifel

Stärkung des Glaubens durch Überwindung von Zweifeln

  • Zweifel, die überwunden werden, können den Glauben letztlich stärken und vertiefen, da sie durch einen bewussten und reflektierten Prozess des Suchens und Findens geführt haben.
  • Beispiel: Hiob, der trotz intensiver Zweifel und Leidens an Gott festhielt und am Ende eine tiefere Erkenntnis und einen stärkeren Glauben gewann (Hiob 42,5-6).

Deshalb sind Zweifel eine gute Basis für die Entwicklung eines reifen Glaubens

Zweifel sind ein natürlicher und wichtiger Teil des Glaubenslebens, der zu einem tieferen Verständnis, persönlicher Reifung, Authentizität und einer gerechteren Lebensweise führen kann. Anstatt im Widerspruch zu einem gerechten Leben zu stehen, können Zweifel uns helfen, unseren Glauben und unser Handeln zu reflektieren und zu verbessern. Zweifel sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Weg zu einem stärkeren und bewussteren Glauben.